Unsere Philosophie und Ziele

Das Projekt „Skulptur in Bissee“ ist in verschiedener Hinsicht interessant, denn es unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von anderen Konzepten der Kunstpräsentation. Wesentlich erscheint mir, dass es sich hier um eine Bürgerinitiative für Skulptur handelt, die effektiv, professionell und rein ehrenamtlich arbeitet. Künstlerinnen und Künstlern wird bei der Durchführung von Ausstellungen in Bissee besonders die kosten- und arbeitsträchtigen Bereichen der Transporte, des Auf- und Abbaus, der Werbung und der Vernissage in beispielhafter Weise geholfen.

Bissee schließt damit eine wichtige Lücke in der zeitgenössischen Kunstpräsentation. Denn gerade die größerformatige Bildhauerei hat im konventionellen Kunstbetrieb mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, die sich aus den hohen Transportkosten, dem großen Raumbedarf, aber auch dem nicht so einfach zu erzielenden Profit ergeben. Natürlich gibt es auch einige andere, neuere Initiativen im Bereich Skulptur - Objekt - Landart. Aber auch unter diesen nimmt Bissee eine Sonderstellung ein. „Skulptur in Bissee“ zeigt Skulpturen außerhalb des urbanen Raumes in einer traditionell dörflich geprägten Umgebung. Durch das kombinierte Angebot von Gastronomie, Antiquitäten und Kultur, das den Besucher in Bissee erwartet, gestaltet sich der Ort als besonders attraktiv auch für Besucher mit weiteren Anfahrtswegen. Zur Besucherzielgruppe lässt sich daher feststellen, dass sie den gesamten schleswig-holsteinischen Raum bis Hamburg umfasst, und dass sie sehr unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und Altersstufen einschließt, wobei allerdings das spezifische Interesse am besonderen Kulturangebot sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Tatsächlich hat Bissee im Vergleich zu den anderen Anbietern sehr erfreuliche Besucherzahlen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt erscheint mir die überregionale Ausrichtung des Angebotes. In Schleswig-Holstein besteht immer die Gefahr eines regionalen Wanderzirkusses der ewig-gleichen Exponate. In Bissee hat man sich mit großem Aufwand, mit hohem finanziellem Einsatz, aber auch mit entsprechendem Erfolg um die Präsentation von Künstlern aus anderen Bundesländern und dem Ausland bemüht. Als Schwerpunkt der Ausstellungstätigkeit ist der Ostseeraum geplant. Bissee möchte damit der Lage Schleswig-Holsteins an der Grenze der mitteleuropäischen, baltischen und skandinavischen Kulturräume gerecht werden.

Für mich persönlich war es durchaus interessant, in Bissee auszustellen. Ich hatte hier die seltene Möglichkeit einer großen umfassenden Einzelausstellung mit größeren Arbeiten. Die Vernissage war sehr gut besucht und auch später erhielt ich noch Rückmeldungen von Besuchern. Außerdem hatte ich das Glück, eine sehr große Arbeit zu verkaufen. Aus den bislang relativ geringen Verkaufszahlen dürfen aber keine falschen Schlüsse gezogen werden. Es ist sehr schwierig, große plastische Arbeiten zu verkaufen. Der Entscheidungsprozess erstreckt sich oft über Monate. Oft ergeben sich auch anstelle von Ankäufen den spezifischen räumlichen Begebenheiten angepasste Aufträge. Wer ein interessiertes Forum für seine Arbeit und Möglichkeiten, seine Arbeit im Kontext schleswig-holsteinischer Landschaft einem breiten Publikum zu präsentieren sucht und im Anschluss bereit ist, entstandene Kontakte weiter auszubauen, der wird in Bissee auf seine Kosten kommen.

Jörg Plickat

Rainer Fest erklärt den Kindern seine Brunnenidee.
Rainer Fest erklärt den Kindern seine Brunnenidee.

Führungen

Für Führungen rufen Sie uns bitte an - Tel. 0 43 22 - 33 60 oder schicken Sie uns eine E-Mail info(at)skulptur-in-bissee.de.

Wollen Sie die Ausstellung auf eigene Faust erkunden, finden Sie den Wegeplan am Antik-Hof oder laden Sie ihn hier herunter.

Wegeplan zum Ausdrucken
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